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17.03.2010

Wiesenhof setzt Wachstumskurs fort und freut sich auf Fußball-WM

Rechterfeld/Hamburg, den 17. März 2010. Mit Investitionen von 95,3 Mio. Euro, dem Anstieg der Mitarbeiterzahl auf über 5.000 Beschäftigte und einem deutlichen Umsatzplus in der Gruppe und bei der Marke Wiesenhof hat die PHW-Gruppe das Geschäftsjahr 2008/2009 abgeschlossen. Der Gesamtumsatz der PHW-Gruppe stieg um 100 Mio. Euro (5 Prozent) von 1,93 Mrd. Euro auf 2,03 Mrd. Euro. Maßgeblicher Wachstumstreiber war wiederum das Kerngeschäftsfeld Wiesenhof mit einem Umsatzplus von 7,5 Prozent. PHW-Vorstandsvorsitzender Peter Wesjohann: „Der Trend zu Geflügelfleisch ist ungebrochen. Davon hat Wiesenhof als Markenartikel in besonderem Maß profitiert. Auch die immer beliebteren Convenience- und Geflügelwurst-Produkte haben zum Wachstum beigetragen.“

Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise beeinflusste das Geschäftsjahr 2008/2009 (Stichtag 30.06.) der Unternehmensgruppe nachhaltig. Daraus resultierende schwankende Rohstoffpreise sorgten je nach Geschäftsfeld für starke bis besonders starke Turbulenzen. Bis Herbst 2008 bewegten sich die Futtermittelpreise, die für das Geschäftsfeld Wiesenhof maßgeblich sind, auf Rekordniveau. Erst ab Ende 2008 sorgte die weltweit geringere Nachfrage nach Getreide für eine Entspannung auf den Märkten. Der kräftige Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs von Geflügelfleisch im Jahr 2008 um ein Kilogramm auf 18,8 Kg in Deutschland beflügelte den Wiesenhof-Absatz. Er belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 455.000 t Geflügelfleisch. Das entspricht einem Plus von 7,7 Prozent. 25 Prozent der Geflügelfleischprodukte setzte Wiesenhof im Ausland ab. Aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Geflügelfleisch sowohl bei frischen als auch tiefgekühlten Produkten und bei Convenience- und Geflügelwurst-Spezialitäten baute Wiesenhof seine Produktrange weiter aus und stärkte damit die Marktposition als Vollsortimenter. Entsprechend legte das Geschäftsfeld Wiesenhof um 7,5 Prozent von 1,11 Mrd. Euro auf 1,19 Mrd. Euro zu.



Die Auslandsbeteiligungen der PHW-Gruppe im Geflügelfleischbereich werden durch Aktivitäten in Polen geprägt. Dort hat die Gesellschaft Drobimex im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Konsolidierungsprozess durchlaufen. Dieser führte dazu, dass der Umsatz in diesem Geschäftsbereich von 112,0 Mio. Euro auf 74,1 Mio. Euro sank. Im laufenden Geschäftsjahr wird Drobimex deutlich höhere Absätze erzielen und durch weitere Investitionen in Marke und Marketing wieder eine positive Entwicklung schreiben. Der Putenverarbeitungsbetrieb Bomadek hat 36,5 Mio. Euro zum Gesamtumsatz beigetragen.

Der dem Geschäftsfeld Wiesenhof vorgelagerte Bereich Geflügelvermehrung – er umfasst in Deutschland befindliche Elterntierfarmen, Aufzuchtbetriebe und Brütereien – steigerte seinen Umsatz von 108,9 Mio. Euro auf 156,3 Mio. Euro. Der Zuwachs von 43,4 Prozent resultiert aus deutlichen Kapazitätserhöhungen bei den Brütereien und der Ausweitung des Geschäftsfeldes um eine Beteiligung an einer Putenbrüterei.

PHW investiert intensiv an deutschen Standorten
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die PHW-Gruppe Investitionen in Höhe von 95,3 Mio. Euro getätigt. Im Vorjahr lag diese Zahl bei 77,4 Mio. Euro. Allein auf Wiesenhof entfielen 61,1 Mio. Euro, unter anderem in die Modernisierung der Verarbeitungsbetriebe in Lohne (Niedersachsen) und Bogen (Bayern) sowie in den ersten Bauabschnitt der neuen Putenschlachterei in Wildeshausen (Niedersachsen). Diese Investitionen dienen weiteren Qualitätsverbesserungen sowie einem hohen Tierschutz und Hygienestatus. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt lag bei der Gesellschaft Allfein, die auf die Herstellung und europaweite Vermarktung von Convenience-Geflügelprodukten spezialisiert ist. Sie übernahm im September 2008 die Produktionsstätte einer insolventen Firma in Dannenberg, baute die Fertigungsstätte um und erweiterte sie um eine zusätzliche Fertigungslinie sowie einen neuen Sozial- und Verwaltungstrakt. Rund ein Zehntel des Investitionsvolumens entfiel des Weiteren auf die Modernisierung von Farmen, 7,5 Mio. Euro auf den Neubau einer Logistikhalle mit Kühlhaus bei Lohmann Animal Health sowie den ersten Bauabschnitt des zweiten Impfstoffwerkes in Cuxhaven.


Größtes Investitionsprojekt im laufenden Geschäftsjahr ist der im November abgeschlossene Neubau der Putenschlachterei in Wildeshausen, eine der modernsten Schlachtereien weltweit. Weitere Kapazitätsaufstockungen plant die PHW-Gruppe bei Wiesenhof in Bogen und Lohne. Auch die Wiesenhof-Geflügelwurstproduktion in Rietberg (Nordrhein-Westfalen) soll erweitert werden. In Niederlehme (Brandenburg) ist der Neubau einer Kommissionierungshalle bereits abgeschlossen. Der ebenfalls zur PHW-Gruppe zählende Mischfutterhersteller MEGA Tierernährung errichtet in Eberswalde ein großes Mischfutterwerk. Auf dem Hafengelände direkt am Mittellandkanal soll bis 2011 Europas modernstes und nach neuesten technischen Erkenntnissen konzipiertes Mischfutterwerk entstehen. In unmittelbarer Nachbarschaft produziert MEGA bereits seit Ende 2006 auf Pachtbasis Geflügelfutter.

Tierernährung und -gesundheit. Leichter Umsatzzuwachs
Das Geschäftsfeld Tierernährung und -gesundheit verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls ein leichtes Wachstum. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 556,1 Mio. Euro. 330 Mio. Euro entfallen hiervon auf die MEGA Tierernährung. Deren Umsatz lag 7,5 Prozent unter dem Vorjahr, was auf den starken Rückgang der Rohstoffpreise zurückzuführen ist. In Deutschland ist MEGA der führende Geflügel-Mischfutterhersteller. An 5 Standorten werden über 1,1 Mio. to gentechnikfreies Mischfutter produziert.

Die Lohmann Animal Health steigerte ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 11,6 Prozent auf 194,5 Mio. Euro. Die positive Entwicklung bei Futteradditiven und Veterinärpharmazeutika war dafür maßgeblich. Das Geschäft mit Impfstoffen lag bei Lohmann Animal Health auf Vorjahresniveau. Eine besondere Innovation in 2008 war die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes gegen Vogelgrippe, der sich momentan in der Zulassungsphase befindet.

Die PHW-Beteiligung GePro in Diepholz mit ihrer Tochter PetCom in Minden repräsentiert mittlerweile 113 Mio. Euro Umsatz (Vorjahr: 84 Mio. Euro) und profitierte von einer weltweit starken Nachfrage nach tierischen Proteinen. Diese gewinnt GePro aus den in den Geflügelverarbeitungsbetrieben anfallenden Nebenprodukten. Auf Basis der Geflügelfette stellt GePro zudem einen Biokraftstoff (SP-Power) her, den unter anderem die PHW-LKW-Flotte als Kraftstoff nutzt.

Humanernährung und -gesundheit: Nutrilo will weitere Märkte erschließen
Bei Nutrilo war das abgelaufene Geschäftsjahr geprägt von sehr starken Schwankungen auf den Rohstoffmärkten. Insbesondere die Hauptrohstoffe Vitamin C und Vitamin E verteuerten sich. Dennoch gelang es dem Unternehmen den Umsatz um 3,3 Prozent von 34,4 Mio. Euro auf 35,3 Mio. Euro zu steigern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte das Unternehmen rund 2 Mio. Euro in ein neues Technikum. Ein zusätzlich geschaffener Fertigungsbereich weist den sogenannten GMP-Status auf. Das ermöglicht, dass Nutrilo künftig auch Pharmaprodukte herstellen kann. Dadurch sieht das Unternehmen die Chance, neue Märkte zu erschließen.

Mitarbeiterzahl steigt auf über 5.000
Mit dem Wachstum der Unternehmensgruppe geht auch ein Anstieg der Beschäftigtenzahl einher. Im Vorjahr beschäftigte die Gruppe 4.761 Mitarbeiter, im Geschäftsjahr 2008/2009 lag die Zahl bei 5.072. Der Zuwachs resultiert vornehmlich aus der Übernahme der Mitarbeiter des Dannenberger Betriebes sowie der Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter in den Verarbeitungsbetrieben in Lohne und Holte.

Ausblick: Wiesenhof freut sich auf Fußball-WM
Aufgrund der anhaltend guten Nachfrage nach Geflügelfleisch rechnet die PHW-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr mit einem weiteren Wachstum auf Basis einer zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung. Weitere positive Impulse erwartet Wiesenhof von der Fußball-Weltmeisterschaft, die mitten in die Grillsaison fällt. Auch aktuelle politische Rahmenbedingungen begünstigen Perspektiven für die Unternehmensgruppe. Der EU-Agrarrat hatte im Oktober 2009 beschlossen, die Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch zu ändern. Danach dürfen ab Mai 2010 Geflügelfleischzubereitungen dem Verbraucher nur dann als frisch - das heißt im Temperaturbereich von minus 2 bis plus 4 Grad Celsius - angeboten werden, wenn das enthaltene Geflügelfleisch zu keiner Zeit gefroren war. Durch die Änderung der Vermarktungsnormen erhält der Verbraucher Sicherheit, dass tatsächlich auch nur frisches Fleisch für marinierte und gewürzte Geflügelzubereitungen angeboten wird.